Das Wichtigste vorab
Stufe 1: je eine Auf- und Abfahrzeit für alle Tage, gesetzt durch Tastendruck zur gewünschten Uhrzeit (Schellenberg RolloDrive 35 und 45, Superrollo GW60). Stufe 2: Display mit Wochen- oder Wochenendprogramm. Stufe 3: Astrofunktion, die Schaltzeiten aus Datum und Postleitzahl berechnet (WIR eWickler Comfort, Rademacher RolloTron Comfort). Ein Sonnensensor an der Scheibe senkt den Rollladen bei anhaltender Helligkeit und gibt ihn wieder frei.
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Drei Stufen, ein Wort
In Angeboten steht bei fast jedem Gerät „mit Zeitautomatik“ oder „mit Zeitschaltuhr“. Was das im Alltag heißt, steht erst in der Anleitung. Wir ordnen die Geräte nach dem, was dort beschrieben ist:
| Stufe | Was das Gerät kann | Beispiele (Quelle: Anleitung) |
|---|---|---|
| 1 – Schaltzeit merken | je eine Auf- und Abfahrzeit, gleich für alle Tage | Schellenberg RolloDrive 35 und 45, Superrollo GW60 |
| 2 – Wochenprogramm | Uhr mit Display, eigene Zeiten für Wochenende oder einzelne Tage | WIR eWickler Comfort eW9xx, Rademacher RolloTron Comfort |
| 3 – Astrofunktion | Zeiten folgen Sonnenauf- und Sonnenuntergang über das Jahr | WIR eWickler Comfort eW9xx, Rademacher RolloTron Comfort |
Sonnen- und Dämmerungssensor sind keine vierte Stufe, sondern ein zweiter Weg: Sie reagieren auf gemessene Helligkeit statt auf die Uhr.
Stufe 1: eine Zeit je Richtung, per Tastendruck gesetzt
Die Montageanleitung des RolloDrive 45 nennt als Anzahl der Schaltzeiten: 2 (AUF und AB). Eingestellt wird nicht an einer Uhr. Du drückst die Tasten einmalig zu der Uhrzeit, zu der der Rollladen künftig fahren soll – im Beispiel der Anleitung um 7.00 Uhr morgens und um 21.00 Uhr abends. Der Superrollo GW60 arbeitet genauso: je eine Öffnungs- und Schließzeit, die an allen Tagen gilt; jedes neue Speichern löscht die alte Einstellung.
Das hat drei Folgen, die du vor dem Kauf kennen solltest:
- Kein Unterschied zwischen Werktag und Wochenende. Wer samstags länger schlafen will, schaltet von Hand auf manuellen Betrieb um.
- Die Zeit wandert nicht mit der Jahreszeit. Im Dezember schließt der Rollladen zur selben Uhrzeit wie im Juni.
- Stromausfall verschiebt die Zeiten. Laut beiden Anleitungen verschieben sich die Schaltzeiten um die Dauer des Ausfalls nach hinten und müssen gegebenenfalls neu eingestellt werden; die Kontrollleuchte blinkt dann. Dasselbe gilt, wenn du den Stecker ziehst.
Für ein Schlafzimmerfenster mit festem Tagesablauf genügt das. Die Tastenfolgen der Schellenberg-Geräte stehen unter RolloDrive einstellen.
Stufe 2: Display und Wochenprogramm
Geräte mit Display haben eine echte Uhr mit Datum. Bei den WIR eWicklern der Comfort-Reihe stellst du Uhrzeit und Datum ein und wählst zwischen Wochenprogramm (Montag bis Sonntag gleich) und Wochenendprogramm (Samstag und Sonntag abweichend).
Der Rademacher RolloTron Comfort geht weiter. Seine Anleitung beschreibt drei Schaltzeitprogramme:
| Programm | Schaltzeiten |
|---|---|
| Wochenschaltzeiten | eine Öffnungs- und eine Schließzeit für Montag bis Sonntag |
| Werktags- und Wochenendschaltzeiten | je eine Öffnungs- und Schließzeit für Montag bis Freitag und für Samstag und Sonntag |
| Einzeltagesschaltzeiten | je eine Öffnungs- und Schließzeit für jeden Wochentag |
Dazu lässt sich ein zweiter Schaltzeitblock aktivieren, etwa um ein Kinderzimmer über Mittag abzudunkeln – das Beispiel stammt aus der Anleitung. Beide Reihen stellen laut Anleitung automatisch zwischen Sommer- und Winterzeit um. Die Menüs des Rademacher-Geräts erklärt die Seite RolloTron einstellen.
Stufe 3: Astrofunktion
Die Astrofunktion berechnet, wann es am Wohnort hell und dunkel wird. Einen Sensor braucht sie nicht. Die beiden Hersteller lösen das unterschiedlich:
WIR elektronik (eWickler Comfort). Du gibst die ersten beiden Stellen der Postleitzahl ein. Das Gerät errechnet Sonnenauf- und Sonnenuntergang; von dieser Astrozeit kannst du in 10-Minuten-Schritten um höchstens 2 Stunden abweichen. Dazu kommen Sperrzeiten: Morgens fährt der Rollladen nie vor der Sperrzeit hoch, abends nie nach der Sperrzeit herunter. Beispiel aus der Anleitung: Sperrzeit morgens 6:30 Uhr, Astrozeit 5:37 Uhr – der Rollladen fährt um 6:30 Uhr hoch.
Rademacher (RolloTron Comfort). Hier ist ASTRO ein Schaltzeitmodus, der mit der eingestellten Zeit verknüpft wird. Die Öffnungszeit gilt dann als „frühestens um“, die Schließzeit als „spätestens um“. Beginnt die Abenddämmerung um 17:00 Uhr und steht die Schließzeit auf 20:00 Uhr, schließt der Rollladen laut Anleitung um 17:00 Uhr; beginnt sie um 22:00 Uhr, schließt er um 20:00 Uhr. Die berechnete Dämmerung lässt sich um −60 bis +60 Minuten verschieben.
Beide Logiken verhindern dasselbe Ärgernis: dass der Rollladen im Sommer mit der frühen Morgendämmerung hochfährt.
Sonnensensor: Beschattung nach Helligkeit
Der Sonnensensor ist ein kleiner Lichtsensor am Kabel. Er wird innen mit einem Saugnapf an die Scheibe gesetzt und am Gurtwickler eingesteckt; eine eigene Stromversorgung braucht er nicht. Die Anleitungen von Schellenberg, Superrollo und WIR elektronik beschreiben denselben Ablauf:
- Der Sensor erkennt etwa 10 Minuten lang ununterbrochen Helligkeit über dem Grenzwert.
- Der Rollladen senkt sich, bis er den Sensor bedeckt.
- Nach ca. 20 Minuten fährt er ein Stück hoch und gibt den Sensor frei.
- Ist es weiter hell, bleibt er dort stehen. Fällt die Helligkeit unter den Grenzwert, fährt er bis zum oberen Endpunkt zurück.
Die Höhe, auf der du den Sensor anbringst, bestimmt also, wie weit der Rollladen herunterfährt. Den Grenzwert setzt du, indem du die aktuelle Helligkeit per Tastendruck übernimmst.
| Gerät | Sensor | Einstellbereich laut Anleitung |
|---|---|---|
| Schellenberg RolloDrive 35 und 45 | Zubehör (Art. 22746), Kabel 1,5 m | 3.000 bis 10.000 Lux |
| Superrollo GW60 | im Lieferumfang | 2.000 bis 20.000 Lux |
| Rademacher RolloTron Comfort | nicht im Lieferumfang | 2.000 bis 20.000 Lux |
| WIR eWickler Comfort eW9xx | Zubehör | keine Zahl ausgewertet |
Schellenberg ordnet die Werte ein: 3.000 Lux entsprechen einem trüben Tag, 10.000 Lux einem Sonnentag im Schatten. Wechselnde Bewölkung kann das Verhalten laut Hersteller verzögern, und andere Lichtquellen in der Nähe können den Sensor stören.
Superrollo
Superrollo GW60
Ein Gerät für beide Einbauarten und beide Gurtbreiten, mit Sonnensensor im Karton.
- Bauart
- Aufputz oder Unterputz
- Gurtbreite
- 15 und 23 mm
- Fläche Kunststoff
- bis 4,5 m²
- Fläche Alu/Holz
- leichtes Alu bis 4,5 m², Holz bis 2,5 m²
- Zugkraft
- 25 kg
- Strom
- Steckernetzteil 24 V
Warum an dieser Stelle: Bei diesem Gerät liegt der Sonnensensor im Karton. Die Zeitautomatik gehört zur einfachen Stufe: je eine Öffnungs- und Schließzeit für alle Tage. Montage und Inbetriebnahme sollten laut Anleitung durch einen Rollladenfachbetrieb erfolgen.
Passt zu: Leichte Kunststoff- und Aluminium-Rollläden bis 4,5 m², wenn Einbauart oder Gurtbreite noch unklar sind.
Dafür spricht
- Laut Anleitung als Aufputz- oder Unterputz-Gerät montierbar, Wandhalter und Montagerahmen liegen bei
- Für 15-mm- und 23-mm-Gurt
- Sonnensensor im Lieferumfang, Steckernetzteil mit 24 Volt
Das fehlt
- Holzrollläden laut Anleitung nur bis 2,5 m²
- Wickelt höchstens 5,5 m Gurt bei 1,0 mm Stärke
- Den Lochabstand nennt der Hersteller nur in einer Zeichnung, nicht als Zahl im Text
- Funk nur über ein zusätzliches Funkset
- Montage und Inbetriebnahme sollten laut Anleitung durch einen Rollladenfachbetrieb erfolgen
Bei Schellenberg gibt es den RolloDrive 35 auch als Set mit Sonnensensor* (Anzeige); laut Anbieter liegt der Sensor dort bei.
Dämmerungssensor: schließen, wenn es wirklich dunkel wird
Derselbe Lichtsensor kann bei manchen Geräten auch die Dämmerung melden. Bei den WIR eWicklern Comfort schließt die Dämmerungsautomatik den Rollladen zur Abenddämmerung bis zum unteren Endpunkt; das Herabfahren durch die Zeitautomatik wird dabei laut Anleitung deaktiviert. Geöffnet wird weiter zur eingestellten Zeit. Beim RolloTron Comfort heißt der Schaltzeitmodus SENSOR und steht nur für Schließzeiten zur Verfügung; die eingestellte Schließzeit bleibt als „spätestens um“ bestehen.
Für RolloDrive 35 und 45 beschreibt die Produktseite des Sonnensensors nur die Steuerung nach Sonneneinstrahlung. Eine Dämmerungsfunktion ist dort nicht genannt.
Welche Stufe brauchst du?
- Fester Tagesablauf, ein Fenster: Stufe 1 reicht. Der RolloDrive 45* (Anzeige) ist dafür unsere Empfehlung im Mauerkasten.
- Unterschiedliche Zeiten am Wochenende: Gerät mit Display, zum Beispiel der eWickler Comfort eW920-M* (Anzeige) für Aufputz.
- Zeiten sollen dem Tageslicht folgen: Astrofunktion, zum Beispiel beim RolloTron Comfort 1700-UW* (Anzeige). Dessen Anleitung verlangt Anschluss, Montage und Inbetriebnahme durch eine ausgebildete Elektrofachkraft.
- Südfenster, Hitzeschutz: Sonnensensor – im Karton oder als Zubehör.
- Regeln per App, Szenen, Sprachbefehl: Das ist keine Frage der Zeitschaltuhr mehr, sondern des Funksystems; siehe smarte Gurtwickler.
Welche Geräte in welcher Stufe zu haben sind und was gilt, wenn dein Rollladen schon einen Motor hat, vergleicht die Kaufseite Rollladen mit Zeitschaltuhr. Die Begriffe im Überblick erklärt das Glossar, alle Bauarten die Startseite.
Oft gefragt
Haben elektrische Gurtwickler eine Zeitschaltuhr?
Die meisten ja, sie heißt dort Zeitautomatik oder Automatikbetrieb. Der Umfang unterscheidet sich stark: Schellenberg RolloDrive 35 und 45 sowie der Superrollo GW60 speichern je eine Öffnungs- und Schließzeit für alle Tage. Geräte mit Display wie der WIR eWickler Comfort oder der Rademacher RolloTron Comfort bieten Programme je Wochentag und eine Astrofunktion.
Wie stelle ich die Zeitautomatik bei einem einfachen Gurtwickler ein?
Bei RolloDrive 45 und Superrollo GW60 nicht über eine Uhr, sondern zur gewünschten Zeit: Soll der Rollladen jeden Morgen um 7 Uhr öffnen, drückst du die Tastenkombination einmalig um 7 Uhr. Das Gerät wiederholt die Fahrt dann täglich. Laut Anleitung des GW60 wird eine neue Einstellung erst am nächsten Tag ausgeführt.
Was ist der Unterschied zwischen Astrofunktion und Dämmerungssensor?
Die Astrofunktion rechnet: Aus Datum und Postleitzahl ermittelt das Gerät die Dämmerungszeiten des Tages, ganz ohne Sensor. Der Dämmerungssensor misst: Ein Lichtsensor an der Scheibe meldet, wann es tatsächlich dunkel wird. Beim Rademacher RolloTron Comfort lässt sich die Schließzeit wahlweise mit dem Astroprogramm oder mit dem Lichtsensor verknüpfen.
Was macht der Sonnensensor genau?
Er hängt mit einem Saugnapf innen an der Scheibe. Erkennt er etwa 10 Minuten lang ununterbrochen Helligkeit über dem eingestellten Grenzwert, fährt der Rollladen bis zum Sensor herunter. Nach ca. 20 Minuten fährt er ein Stück hoch und misst erneut. Bleibt es hell, bleibt er stehen; wird es dunkler, fährt er nach oben. So beschreiben es Schellenberg, Superrollo und WIR elektronik.
Was passiert mit den Schaltzeiten nach einem Stromausfall?
Das hängt vom Gerät ab. Bei RolloDrive 45 und Superrollo GW60 verschieben sich die Schaltzeiten laut Anleitung um die Dauer des Ausfalls nach hinten und müssen gegebenenfalls neu gesetzt werden. Der Rademacher RolloTron Comfort hat ca. 8 Stunden Gangreserve; seine Einstellungen bleiben laut Anleitung erhalten, nur Uhrzeit und Datum nicht.
Hier geht es weiter
- Auswahl & KaufRollladen-ZeitschaltuhrRollladen-Zeitschaltuhr: Mit Gurt brauchst du einen elektrischen Gurtwickler mit Zeitautomatik, mit Rohrmotor eine Zeitschaltuhr statt des Schalters. Die Auswahl.
- Auswahl & KaufSmart HomeSmarte Gurtwickler unterscheiden sich im Funkweg: Matter über WLAN oder Thread, DECT an der FRITZ!Box oder Herstellerfunk mit Zentrale. Sechs Geräte im Überblick.
- Modell im DatenblattSuperrollo GW60Superrollo GW60 (SR10060): ein Gerät für Aufputz und Unterputz, 15- und 23-mm-Gurt, bis 4,5 m² Kunststoff, Sonnensensor im Karton. Daten, Einstellen, Grenzen.
- Schritt für SchrittRolloDrive einstellenRolloDrive 45, 65 Standard, 65 Plus und 65 Premium einstellen: Endlagen, Schaltzeiten, Werksreset und LED-Signale nach den Montageanleitungen von Schellenberg.
- Schritt für SchrittRolloTron einstellenRolloTron einstellen nach Originalanleitung: Endpunkte, Schaltzeiten und Reset für Basis 1100, Basis DuoFern 1200 und Comfort – mit Fundstellen der Anleitungen.
- BegriffeGlossarVon Astro-Funktion über DuoFern, Einlasswickler und Endpunkt bis Wickelkapazität: Begriffe aus Datenblättern und Anleitungen elektrischer Gurtwickler kurz erklärt.
Belege und Quellen
- Schellenberg: Montageanleitung RolloDrive 45 (Automatikbetrieb, Anzahl der Schaltzeiten, Verhalten nach Stromausfall)
- Schellenberg: Produktseite Sonnensensor für RolloDrive 35 und 45, Art. 22746 (Funktion, Kabellänge, Lichtwerte)
- Schellenberg: Montageanleitung Sonnensensor 22746 (Einstellen und Funktionsschaubild der Sonnenfunktion)
- Superrollo: Bedienungsanleitung GW60 (Automatikbetrieb, Sonnenautomatik, technische Daten)
- Rademacher: Betriebs- und Montageanleitung RolloTron Comfort (Schaltzeitprogramme, Schaltzeitmodi ASTRO und SENSOR, Zufallsfunktion), Fundstelle eurofer.de
- WIR elektronik: Bedienungsanleitung eWickler Comfort eW9xx (Wochenendprogramm, ASTRO-Funktion mit Sperrzeit, Sonnen- und Dämmerungsautomatik)
Verfasst von
Redaktion gurtwickler-elektrisch.de
Die Redaktion von gurtwickler-elektrisch.de liest Datenblätter, Montageanleitungen und Herstellerseiten elektrischer Gurtwickler und stellt die Angaben nebeneinander: freigegebene Rollladenfläche je Material, Gurtbreite, Lochabstand, Stromanschluss, Funk. Grundlage sind die Unterlagen der Hersteller; die Quellen stehen am Ende jeder Seite.
- Werte aus Datenblatt und Montageanleitung
- Widersprüche zwischen Quellen werden genannt
- Vergleich nach Herstellerangaben
- Anbieterangaben im Impressum